30 Jahre Fanprojekt Essen

In diesem Jahr feiert das Fanprojekt Essen seinen 30. Geburtstag. Ein Jubiläum, das wir gebührend zelebrieren wollen und ein geeigneter Anlass, einmal „Danke“ zu sagen.

 All den Förderern, Partnern, Wegbereitern und -gefährten des Fanprojekts, den Menschen, die uns in all den Jahren begleitet, beraten und unterstützt haben. Ein ebenso herzliches Dankeschön gebührt darüber hinaus all jenen Jungs und Mädels, die wir Sozialarbeiter gerne als „Zielgruppe“ bezeichnen. Ohne diese jungen Menschen, ohne ihr Vertrauen in unsere Arbeit, würde es das Fanprojekt nicht oder nicht mehr geben. Ein Vertrauen, das es sich zunächst zu erarbeiten galt und das es fortan aufrecht zu erhalten heißt.

Für die Statistik-Freunde unter Euch haben wir in mühevollen Kleinstarbeit einige bemerkenswerte Zahlen recherchiert und zusammengetragen: Seit Gründung des Fanprojekts im Jahr 1995 waren bei unserem Bezugsverein Rot-Weiss Essen insgesamt 31 Trainer und 8 verschiedene Präsidenten/Geschäftsführer tätig. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren bzw. sind im Fanprojekt nur verschiedene 4 hauptamtliche Mitarbeitende beschäftigt. Gemeinsam mit dem Verein und seinen leidgeprüften Fans konnten wir in dieser Zeit 6 Aufsteige feiern, mussten allerdings auch 5 Abstiege verkraften. Wir sammelten 5 Meistertitel und gewannen 12-mal den Niederrhein-Pokal. 6 verschiedene Ausrüster lieferten die rot-weissen Trikots, auf deren Brust 12 Sponsoren für sich und ihr Unternehmen warben. Wir erlebten den tränenreichen Abschied vom Georg-Melches Stadion, der für das Fanprojekt Essen überdies den Verlust der eigenen Räumlichkeiten bedeutete und begleiteten den Neuanfang des Vereins nach der Insolvenz, der Rot-Weiss Essen erstmalig (und glücklicherweise nur für eine Saison) in die Fünftklassigkeit zwang. Das AWO-Fanprojekt hingegen hatte stets den Anspruch, auch unter erschwerten Bedingungen erstklassige Arbeit zu leisten.

Fanprojekt eines strauchelnden Traditionsvereins, eines so oft beschworenen „schlafenden Riesens“ zu sein, war und ist nicht immer einfach. Dennoch ist es dem Fanprojekt gelungen, neue Angebote und Aktionen zu schaffen, die mittlerweile eigene Traditionen entwickelt haben und fest mit RWE und einem Großteil seiner Fans verwoben sind: Die „Fahnenmädchen“, die fünf Sampler der „Stimmung statt Randale“-Reihe, die „Hüttenabende“ in Melches-Hütte, das jährlich stattfindende Fancamp NRW der LAG sowie die Fußballturniere für Essener Schüler und Schülerinnen im Rahmen des „Kick Racism Out“.

Möglichst nah möchten wir natürlich auch unserem Bezugsverein Rot-Weiss Essen sein, was uns an dieser Stelle direkt zu einem weiteren, aktuell viel diskutierten Thema führt, das in näherer Zukunft interessant und wichtig werden könnte - dem geplanten Stadionausbau. Bekanntlich sollen die Ecken des Stadions an der Hafenstraße geschlossen und die Zuschauerkapazität erhöht werden. Das AWO Fanprojekt Essen verbindet mit diesem Bauvorhaben die begründete Hoffnung, endlich an seinen angestammten Platz im direkten Stadionumfeld zurückkehren zu können, was die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine adäquate Fanbetreuung signifikant verbessern würde. Sind uns und unseren Gästen die aktuellen Räumlichkeiten in „Melches-Hütte“ über die Jahre auch ans Herz gewachsen, so empfinden wir uns doch nach wie vor gewissermaßen als „Fanprojekt im Exil“. Wir werden daher nicht müde, uns in dieser Angelegenheit eindeutig zu positionieren, die Rückkehr ins Stadion als Wunsch und erklärtes Ziel des Fanprojekts zu formulieren und sind dankbar für alle und jeden, die uns in diesem Bestreben unterstützen.

In diesem Sinne: Nur der RWE!

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